Termine auf dem Angeliter Kulturhof

Hier findest du die aktuellen Termine auf dem Angeliter Kulturhof. Konzerte, Ausstellungen, Seminare, Workshops und mehr.

14. & 15. Aug 2026

Angeliter Open-Air

Auch 2026 findet auf dem Gelände des Angeliter Kulturhofs in Taarstedt Schleswig-Holstein, das Angeliter Open-Air Festival statt. In entspannter, familiärer Atmosphäre kommt hier an zwei Tagen im August die musikalische Rock-Elite aus aller Welt zusammen. Inzwischen hat sich das Festival in Angeln zu einer Veranstaltung der Extraklasse entwickelt.

Bildquelle: Angeliter Open-Air

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Vergangene Termine / Archiv

14.11.2025

Hanebüchner live

Von der Gedichtbühne bis zum Gitarrenkrawall

Man kann sich das Leben auch durch dauerhaften Ernst verscherzen.“ – dieser Satz ist Programm, wenn Klaus Büchner (Torfrock, „Werner“-Stimme, Klaus & Klaus) und Christoph Stein-Schneider (Fury in the Slaughterhouse) zusammen auf die Bühne treten.

Was vor einigen Jahren im legendären Hamburger Schmidtchen auf dem Kiez begann, ist inzwischen drauf und dran zur Klamauk-Hochkultur zu werden. Denn wo die beiden auftauchen, bleibt kein Auge trocken – und kein Ort verschont: Ob Kleinstadt oder Großstadt, ob West nach Ost oder andersrum – Hanebüchner macht vor nichts und niemanden Halt.

Der „Groß“-Künstler Stein-Schneider und der „Klein“-Künstler Büchner servieren dem Publikum eine wilde Mischung aus Gedichten voller Wortwitz und Satire, mal fröhlich und mal schlau!

Die beiden präsentieren die hohe Kunst des Gitarrenspiels von Christof Stein-Schneider, mit noch nie da gewesenen Versionen von Torfrock- und Fury-Songs.

Ein besonderes Highlight bietet die multimediale Beschleunigungsshow mit von Klaus Büchner selbstgeschossenen Fotos – ein visueller Blick in seine ganz persönliche Welt.

Bemerkenswert dabei: die Stimme der Vernunft von Christoph Stein-Schneider, der immer wieder versucht, diesen Abend in geordnete Bahnen zu bekommen. Zur allgemeinen Beunruhigung sei gesagt: Das ist ihm noch nie gelungen.

Natürlich steckt auch Büchners fünfter Gedichtband (Hanebüchner V – Fünfter Versuch, CharlesVerlag, 2025) mit im Gepäck. Doch am allerliebsten erleben die beiden ihre Texte live und in Farbe – feucht-fröhlich, pointensicher und gespickt mit jeder Menge norddeutscher tiefgründiger Weisheiten.

Der Abend bietet alles für beinharte Bagaluten und Fans von Fury in the Slaughterhouse.

Bildquellen: Hanebüchner, Chris-Emil Janßen

15.03.2025

Zeit des Wanderns zwischen den Welten

Der Sohn des Kanzlerspions Günter Guillaume erinnert sich.

Westdeutschland, Anfang der 1970er Jahre – eine Zeit der Erneuerung, des Aufbruchs, der Hoffnungen. Bundeskanzler Willy Brandt erhält für seine Ostpolitik 1971 den Friedensnobelpreis, nur ein Jahr später wird seine SPD mit unglaublichen 45,8 Prozent der Stimmen erstmals stärkste Bundestagsfraktion und Brandt wird erneut zum Kanzler gewählt.

Im Wahlkampf 1972 klebt ein Bonner Schüler zusammen mit den Jusos der damaligen Bundeshauptstadt bis in die Nacht hinein begeistert Plakate der Sozialdemokraten.

Sie verteilen Handzettel und Sticker in Fußgängerzonen, liefern sich einige Scharmützel mit den Gegnern von der Jungen Union – das Motto lautet ebenso einfach wie überzeugend: „Willy wählen!“

Anderthalb Jahre später, kurz vor Ende der Osterferien – Gymnasiast Pierre ist gerade 17 Jahre alt geworden und genießt die letzten freien Tage bis zum Wiederbeginn des Unterrichts. Doch am 24. April 1974, exakt um 6.32 Uhr, wird er unsanft aus dem Schlaf gerissen. Dutzende Kriminalbeamte stürmen die Wohnung, ihr Auftrag lautet: zwei mutmaßliche DDR-Spione festnehmen. Es sind Pierres Eltern: Christel und Günter Guillaume. Dieser Aprilmorgen ist der dramatische Auftakt eines der größten Spionage- und Politikskandale der Nachkriegszeit. Seine Auswirkungen werden Deutschland West wie Ost nachhaltig beeinflussen.

Für den völlig ahnungslosen Pierre zerbricht an diesem Tag die scheinbare Idylle einer unbeschwerten Kindheit und Jugend. Neben tiefen emotionalen Erschütterungen führen die Ereignisse in den darauffolgenden Wochen, Monaten und Jahren zu einschneidenden Veränderungen seines Lebenswegs. Nichts sollte mehr so sein wie zuvor!

Im Gespräch mit Moderator Malte Jochimsen schildert Pierre Boom, was er damals erlebt und wie er es später verarbeitet hat, warum er ein Jahr nach der Verhaftung der Eltern nach Ostberlin übergesiedelt ist und warum er die DDR Anfang 1988 enttäuscht wieder verlassen hat. Offen, selbstkritisch, mitunter schonungslos reflektiert der mittlerweile 67jährige Journalist in Rückblicken und Anekdoten eine außergewöhnliche Familiengeschichte, die es so nur in Zeiten des Kalten Krieges und der deutsch-deutschen Teilung gegeben hat.

Bildquellen: Pierre Boom, J.H. Darchinger Friedrich-Ebert-Stiftung